MAAS & PARTNER


Die Zukunft baut anders

MAAS & PARTNER

Die Zukunft baut anders

Die meisten Menschen kehren nicht deshalb ungern ins Büro zurück, weil sie lieber im Jogger auf dem Sofa arbeiten, sondern weil das Büro ihnen nichts gibt. Wer das Büro von Maas & Partner betritt, versteht schnell: Vielleicht liegt es überhaupt nicht an der Einstellung, sondern an den Räumen.

Viele Arbeitsplätze in Büros wirken austauschbar, steril und seelenlos: 600 Quadratmeter Nadelfilz, Gipskartonwände, abwaschbare Oberflächen. Das gleiche im Hochbau: Firmenrepräsentanz, Parkplatz, Zaun; Firmenrepräsentanz, Parkplatz, Zaun. Räume, die nichts erzählen und nichts zurückgeben. Unternehmenskultur? Fehl am Platz. Das Ergebnis: Das Büro ist ein Ort des Pflichtbesuchs statt ein Ort der Zusammenkunft. Dabei bräuchten Unternehmen heute genau das Gegenteil: Räume, die Identität schaffen, Austausch ermöglichen und mehr bieten als das heimische Cord-Sofa mit Blick auf die Hortensien.
Maas & Partner Münster

Maas & Partner Münster

Maas & Partner Münster

Verkleidung hat im Büro nichts zu suchen
Dass die ehemalige Bahnschweißhalle an der Bremer Straße 42 heute ein Büro beherbergt, scheint fast nebensächlich, sobald man die Fläche betritt. Die Halle empfängt mit einer Großzügigkeit und Wärme, die man einem Industriebau erst dann zutraut, wenn man erlebt hat, wie präzise mit Material und Licht umgegangen werden kann. Beton, Ziegel, Holz – alles nackt, nichts verkleidet. Die Halle zeigt ihre Geschichte, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Stattdessen entsteht eine Atmosphäre, die gleichzeitig rau und einladend ist, funktional und wohnlich zugleich.

Sofort ist spürbar, dass hier jemand mit Gespür, Mut und Res­pekt gearbeitet hat. MAAS & PARTNER haben die Halle nicht „umgebaut“, sondern freigelegt, interpretiert und in ein Büro verwandelt, das mehr sagt als viele Neubauten. Beim Betreten der Räume fühlt man sich willkommen. Hier ­arbeiten 50 Menschen; und man hat beim ersten Schritt ins Haus verstanden, warum sie gerne hier sind.

Vorhänge zu und ab auf die Couch
Wir treffen Pascal Maas auf dem Dachboden. Eine Art ruhiger ­Besprechungsraum im Obergeschoss, in dem Oberlichter ein ­gleichmäßiges Licht in den imposanten Raum werfen. Die Akustik ist erstaunlich weich, die Atmosphäre wohnlich. Eine gemütliche Couch, Tische aus geschliffenem HI-MACS und der Blick auf die Dachkonstruktionen geben dem Raum sowohl Klarheit als auch Wärme und Tiefe.

Während wir sprechen, zieht Pascal die meterlangen Vorhänge zu und lässt das Treiben an den Gleisen des Hauptbahnhofs in leise Ferne verschwinden. „Ich mag die Fenster nicht. Die Oberlichter reichen völlig aus“, sagt er lachend. Und erst als der Vorhang schließt, merkt man, wie sehr das Büro mit Licht arbeitet. Er sagt es beiläufig, aber es zeigt, wie präzise er Räume liest.

Die Bürokonzeption von Maas & Partner beginnt nicht mit Quadratmetern, sondern mit einem Gedanken: „Was sind die Zutaten, die man zuhause zum Arbeiten braucht und die, die man im Büro braucht? Und wie weit unterscheiden die sich überhaupt?“ Pascal Maas beantwortet die Frage selbst: „Im Kämmerchen sitzen mit Headset kann ich überall. Das Büro ist heute vor allem eines: Ort der Zusammenkunft.“ Die klassische Trennung zwischen Wohnen und Arbeiten hält er für überholt: „Wir sitzen heute im Büro genauso gerne auf einem Sofa wie zu Hause. Warum sollten diese Welten architektonisch noch getrennt bleiben?“

Ein gutes Büro ist ein Resonanzboden
In der Küche hängen rote Tassen mit großem &-Zeichen aufgereiht wie Darsteller in einer Märchenkulisse. Der große Holztisch in der Mitte wirkt, als hätte er nie woanders gestanden. Man ahnt sofort die Gespräche, die sich hier entspinnen, das Klirren von Tellern, den Duft frischer Pizza an langen Arbeits­tagen. Ein paar Schritte weiter, direkt gegenüber dem Empfang, steht der „Kiosk“ – ein großer Raum-in-Raum-Körper aus Holz, der an einen Marktstand erinnert. Nichts ist absichtsvoll dekoriert und doch wirkt alles stimmig, vertraut und ernst zugleich. Jeder Bereich des dreigeschossigen Büros bei MAAS & ­PARTNER ­unterstützt die Dynamik des Teams. Räume wandeln sich mit der Nutzung: Theatervorhänge schaffen in Sekunden neue Bereiche für Teams, Arbeitsflächen entstehen dort, wo sie gebraucht werden. Feste Bereiche wechseln sich mit flexiblen. Für Pascal Maas ist das kein Trend, sondern Notwendigkeit.

„Ein gutes Büro ist ein Resonanzboden“, erklärt Maas. „Du gibst etwas hinein und bekommst etwas zurück. Du ­bekommst neue Impulse, neue Energie – das hilft bei kreativen, aber auch bei allen anderen Arbeiten.“ Die 100 Jahre alte ehemalige Bahn­schweißhalle zeigt, was Pascal Maas meint: 1.300 Quadratmeter fließende Übergänge, offene Struktur, fein abgestimmte Lichtstimmungen. Die Räume inspirieren, statt auszutrocknen, die Materialien erzählen von ihrer Ge­schichte. Das Büro gibt Energie und Atmosphäre zurück. Der stu­dierte Architekt und Gastdozent an der Münster School of ­Architecture formuliert es poetisch: „Schlechte Büros ­nehmen dir etwas; sie rauben dir deine Seele. Dann sitzt du darin und guckst an die Wand, guckst auf die Uhr und denkst: Es sind erst drei Minuten vergangen.“

Viele Gebäude und Büros sind darauf ausgelegt, niemals zu altern: glatte Oberflächen, sterile Materialien, nichts, was Patina ansetzen darf. Was passiert? Räume wirken austausch­bar, Energie wird geschluckt, die Menschen fühlen sich nicht verbunden. „Alles ist versiegelt, alles ist clean.“ Ein Fehler, sagt Pascal. Denn Räume müssen altern dürfen, nur so entsteht Identität. „Gerade wenn man die Halbwertszeit von den ­Sachen heute sieht, kann man noch mutiger werden. Bunter, freier, spielerischer – alles davon. Unbedingt.“ Weg von Entscheidungen zwischen Steingrau, Achatgrau und Lichtgrau. Hin zu Räumen, die etwas zu sagen haben.

Wenn der Ort zum Chef wird
Im royalblauen Damen-WC bei MAAS & PARTNER treffen alte Statik, neue Statik und der Türrahmen-Einbau auf einem offenen halben Quadratmeter aufeinander. Genau solche Stellen erzählen, wie viel architektonische Wahrheit in einem Bestand steckt, wenn man sie nicht überdeckt. Rohbau bleibt sichtbar, Materialien dürfen erzählen. So entsteht ein Büro, das lebt: Räume, die Zeit annehmen und weitergeben.

Wieso gibt es bei Maas & Partner keine Verkleidungen im Büro? Für Pascal Maas liegt die Antwort im Gebäude selbst. Statt Themen künstlich zu erfinden, entwickelt er seine Ent­würfe konsequent aus dem Bestand heraus. Wie er es schafft, jedem noch so individuellen Projekt gerecht zu werden? Es ist eine ähnliche Antwort. „Das macht der Ort für mich.
Das Thema ist immer schon da. Ich bin noch nie auf ein Grundstück oder zu einer Bauaufgabe gekommen und habe nur ein weißes Blatt Papier vorgefunden. Es gibt immer etwas: Entweder etwas Gutes, das herausgearbeitet werden kann, oder etwas Verborgenes, das wiedergefunden werden muss. Man muss nur lange genug da sein und gut zuhören können“, lacht Pascal. Die Struktur gibt vor, was sinnvoll ist. Räume werden nicht für eine Nutzung festgelegt, sondern für die nächste vorbereitet. „Es wäre arrogant zu glauben, dass ein Gebäude so bleibt, wie wir es planen.“

Die alte Industriehalle erzählt ihre eigene Geschichte und erlaubt gleichzeitig, neue Geschichten zu schreiben. Damit ist Maas & Partner mitten in einem Thema, das Bauwirtschaft und Städte heute prägt: Nutzungsoffenheit als entscheidendes Qualitätsmerkmal.

Lass die Hüllen fallen
Kauflandschaften, Warenhäuser, Bürobauten: Für Maas & Partner ist Abriss selten die Antwort. Stattdessen geht es um Weiterdenken, Transformation und den Respekt vor dem, was da ist. Europäische Stadtkerne sind gewachsene Strukturen – kein Grundstück, kein Baukörper kommt als unbe­schriebenes Blatt daher. Unter den Gebäudehüllen steckt die Rohbau-­Ehrlichkeit und Wandelbarkeit von Orten. Jede Stadt, jedes Gebäude erzählt seine eigene Geschichte.

Aktuell hat das Architekturbüro mit Schwerpunkt Hochbau 42 ehemalige Kaufhäuser in Prüfung. In der Wirtschaftswunderzeit erbaut, sehen viele davon auf den ersten Blick identisch aus. Typische, klein gekachelte Fassaden, oft von Architekten wie Eiermann. Doch diese Fassaden sind für Pascal Maas vor allem eines: die Tarnung eines Potenzials. Wird sie ent­fernt, tritt der Rohbau zutage. Hinter den alten Fassaden verbergen sich oft großzügige Raster oder Raumhöhen, die heute für moderne Büros ideal wären. Aus monofunktionalen Kaufhäusern können Büros, Wohnungen oder neue Nutzungsmischungen entstehen – je nachdem, was die jeweilige Stadt braucht. Pascal lacht: „Wie man den Leerstand in den Innen­städten bekämpft? Dadurch dass man sie wieder belebt. Und das kann man auch mit Wohn- oder Mischformen sehr gut machen.“

So wird Leerstand wieder belebt. Und Innenstädte werden ­wieder Orte des Lebens. Dass Maas & Partner kein ­klassisches Architekturbüro ist, wird spätestens klar, wenn Pascal über das Unternehmen spricht: „Wir sind kein normales Architekturbüro, wir sind Unternehmer. Wir können die Füße nicht still halten. Es gibt diesen Gründergeist bei uns – wir machen immer neue Sachen.“ Mit der neu gegründeten „Botschaft für zukunftsfähiges Bauen“ im ehemaligen Bankhaus Lampe schafft das Büro eine Plattform für interdisziplinären Austausch über zukunftsfähiges Bauen. Hier geht es um Haltung, Verantwortung und den Mut, das Vor­handene ernst zu nehmen.

Das Ende von Schema F
Und Neubauten? Auch hier gilt: Neubau sollte heute nicht mehr nach ­Schema F funktionieren. Das Konzept zum Projekt rob17, das MAAS & PARTNER entwickelt hat, zeigt das hervorragend. Der Bebauungs­plan hätte hier auch ein klassisches Autohaus oder einen weiteren Büroklotz zugelassen: Firmenrepräsentanz, Zaun, Parkplatz … Statt Einfriedung zur Straße gibt es je­doch einen gemeinsamen Garten. „Ein kleiner Centralpark”, wie Pascal ihn nennt. Statt eines dominanten Gebäudes verteilen sich mehrere Punkthäuser über das Gelände. Jede Firma hat ihren eigenen Auftritt, und doch sind alle Teil einer „Haus­familie“. So entsteht ein Ort, der nicht trennt, sondern verbindet. Gewerbe wird Teil des Stadtraums, nicht sein Gegenpol. Die Anlage wirkt einladend und Räume, Wege und Grünflächen fördern Begegnung und Austausch, statt Isolation. Dieses Konzept zeigt, dass Architektur mehr kann als Fläche bereitstellen: Sie schafft soziale Dynamik und Quali­tät des Lebensraums. Rob17 ist ein Beispiel dafür, wie das ge­werbliche Bauen neu gedacht werden kann – ohne Verlust von Funktion, aber mit Gewinn an Identität, Flexibilität und Integration in die Stadt. Das Ende von Schema F ist nicht nur möglich, sondern zukunftsweisend.

Die Zukunft baut nutzungsübergreifend
Die Zukunft baut anders. Es geht nicht darum, Büros größer, pflegeleichter oder zeitloser zu machen. Entscheidend ist, dass Räume wirken wie ein Resonanzboden: Energie zurückgeben, Kultur, Austausch und Atmosphäre schaffen. Sie sind mutig, erlauben Neues und inspirieren. Was im Büro von MAAS & ­PARTNER funktioniert, gilt ebenso im Großen: Gebäude sollten heute nicht mehr starr programmiert sein, sondern unterschiedliche Nutzungen ermöglichen – im Bestand wie im Neubau, im Büro, Wohnhaus oder Kaufhaus. Pascal Maas bringt es auf den Punkt: „Eigentlich braucht es die Unterscheidung gar nicht mehr: Büro, Wohnen, Handel. Beim zeitgenössischen Bauen verschwimmen diese Grenzen.“ Zeitgenössisch zu bauen heißt, Räume offen zu lassen, Materialien altern zu lassen, Architektur sprechen zu lassen. Wer so plant, schafft Orte, die Entwicklungen zulassen statt zu begrenzen, und prägt die Art wie Menschen leben. Für Eigentümer und Entwickler bedeutet das: wandelbare Ge­bäude sind länger attraktiv, verursachen weniger Umbaukosten und reagieren flexibel auf Marktveränderungen.

Wenn man die Bremer Straße 42 verlässt, bleibt der Eindruck eines Ortes, der nicht neu tut, sondern echt ist. Ein Ort, der nicht festlegt, sondern ermöglicht. Ein Büro, das zeigt, wie viel Kraft in Räumen steckt, wenn man sie mehr sein lässt als einen kahlen Arbeitsplatz – ein Raum, in dem sich erleben lässt, wie Architektur Arbeitskultur beeinflusst. Und der viel­leicht sogar dazu motiviert, vom Cord-Sofa aufzustehen und ins Büro zu gehen.
Der Artikel ist in der "Gewerbeimmobilie aktuell", Ausgabe 29 von Dezember 2025, erschienen. Wir bedanken uns bei Pascal Maas und dem Team von MAAS & PARTNER für den Artikel. Mehr Infos über MAAS & PARTNER finden Sie auf der Website: https://www.maasundpartner.com/
MAAS & PARTNER Architekten mbB ist ein Familienunternehmen in der zweiten Generation und lässt Räume Wirklichkeit werden. Das Unternehmen steht für zukunftsfähige Architektur; dabei identifiziert das Team Orte, an denen effiziente und innovative Räume entstehen können, und entwirft  Bauvorhaben, die echten Mehrwert bieten. 

Entdecken Sie jetzt Ihre Möglichkeiten!

Wenn dieses Thema Punkte anspricht, die für Sie wichtig sind, dann nehmen Sie noch heute mit uns Kontakt auf. Gerne informieren wir Sie persönlich über alle Möglichkeiten, die Ihnen zur Verfügung stehen.