Coppenrath Verlag


Phantasievolle Geschichten aus dem Hafen

Coppenrath Verlag

Phantasievolle Geschichten aus dem Hafen

Ein märchenhafter Arbeitsplatz mit Blick auf das Hafenbecken. Der ­Coppenrath Verlag ist mit ­seinen kreativen Ideen in Münster und mittler­weile in über 30 weiteren ­Ländern für ziemlich verschiedene Produkte bekannt. Das Erfolgsgeheimnis? Ein Familienunternehmen, das viele kreative Köpfe zusammenbringt und den Ideen freien Lauf lässt.
Coppenrath Verlag Münster Hafen

Coppenrath Verlag Münster Hafen

Coppenrath Verlag Münster Hafen

Ein Ort, der verzaubert
Ein gläserner Aufzug bringt uns in die vierte Etage des bekannten Kornspeicher-Gebäudes am Hafenweg 30, wo uns der kreative Kopf hinter der Marke des Coppenrath Verlags in seiner kunterbunten Arbeitswelt erwartet. Wolfgang Hölker hat in diesem historischen Verlagsgebäude ein Gesamtkunstwerk erschaffen: Unter anderem das Zuhause von Hase Felix, Prinzessin Lillifee, Käpt‘n Sharky oder auch Furzipups, die erfolgreichen Bilderbuchcharaktere des Verlags. Bereits 1977 übernahm der Grafiker und Verleger den Coppenrath Verlag, den er heute gemeinsam mit seiner Tochter Johanna Hölker und Geschäftsführer Dr. Lambert Scheer leitet. 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen mittlerweile im kreativen Familienunternehmen ein und aus und sorgen für den ganz besonderen Spirit dieses ungewöhnlichen Hauses. Sie müssen es mit Ihren eigenen ­Augen sehen, um die Einzigartigkeit verstehen zu können: Zwischen Plüschtieren, Büchern und bunten Tassen gleicht kein Arbeitsplatz in den Coppenrath-Speichern am Hafen dem anderen. Der Chef lebt es vor: Sein Arbeitsbereich gleicht einem Museum mit gemütlichem Wohnzimmer-Flair. Zu jedem noch so kleinen Teil hat Wolfgang Hölker eine persönliche Geschichte zu erzählen. Der 75-jährige Westfale ist stolz auf die besonderen Häuser am Hafen, dessen Potenzial er Ende der 90er Jahre sofort erkannte. „Als ich nach einem neuen Ort für den Verlag suchte, war der Hafen so wie es ihn heute gibt, noch nicht entdeckt. Nachdem der Getreide- und ­Kohlehandel einschlief, war hier nichts mehr los“, erklärt er und zeigt auf alte schwarz-weiß Fotos aus vergangenen ­Zeiten, die so gar nichts mehr mit dem jetzigen modernen Hafen gemeinsam haben. Als absoluter Gebäude-­Liebhaber mit dem gewissen Auge für wichtige Details, versucht er den Mitarbeitenden und Gästen die Bedeutung der historischen Gebäude näher zu bringen. „Es ist wichtig, dass die Seele eines Hauses nicht ausradiert wird, deshalb hängt über dem Haupteingang auch noch das ursprüngliche Schild mit der Aufschrift Westfälische Central-Genossenschaft“, betont er. Er wolle in Erinnerung halten, dass es sich um einen ehemaligen Stadthafen mit wichtigen Kornkammern handelt. So bleibt die Geschichte des Ortes ­erhalten. „Wir wollen in jedem unserer Häuser Räume schaffen, die richtig leben. Deshalb sollen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Gestaltung der Räume mitwirken. Ein individueller Arbeitsplatz muss geschützt werden und die Mitarbeitenden positiv beeinflussen. Die Mitmenschen, die Produkte und die Räume stehen dabei im Mittelpunkt“, erklärt Hölker und spaziert durch seinen riesigen Arbeitsbereich, in dem es an jeder Ecke etwas zu entdecken gibt. Seine Kreativität zieht er aus besonderen Gegenständen, Reisen und Begegnungen.

Kuriositäten und allerlei Inspirationen

Von einer gemütlichen und kunterbunten Sessel- und Sofaecke bleibt der Blick an einem ungewöhnlichen, lebensgroßen Holzpferd aus Chicago hängen. Wolfgang Hölker lacht als er die Geschichte dahinter erklärt: „Wer würde dieses Ding in einem Container nach Deutschland bringen lassen? Ich bin da knallhart, wenn ich etwas haben möchte, dann möchte ich das auch haben und mache es möglich.“ Diese Leidenschaft für besondere Dinge und auch den Mut Neues und Verrücktes umzusetzen, hat der Erfolgsverleger in seine Marken getragen. Neben dem Coppenrath Verlag mit seiner Edition „Die Spiegelburg“ sitzt auch der Hölker Verlag mit besonderen Kochbüchern in den alten Kornspeichern. Der Coppenrath Verlag hat durch die Kreativität seiner Mitarbeitenden eine bunte Welt an Kinder-, Jugend- und Geschenkbüchern, sowie schönen Papeterieartikel und ungewöhnlichen Adventskalender geschaffen. Hier findet jeder tolle Geschenkideen für die Großen und besondere Spielideen für die Kleinen, die an die Bilderbuchfiguren des Verlags angelehnt sind. Am Anfang steht immer das Buch mit seiner Geschichte, darauf folgt eine phantasievolle Kinderwelt, die sich in einem Non-Book-Programm zeigt. Hölker betont, dass der Charakterverlag, wie er ihn nennt, nicht allein durch ihn besteht, sondern durch viele kreative und besondere Köpfe. „Mein Job hier ist es, Mutmacher und Inspirationsgeber zu sein, aber das grandiose Programm stammt aus den Federn des Teams“, erzählt er stolz und überlegt laut, dass sich die Mitarbeitenden im Verlag wohl sehr wohlfühlen würden, denn eine hohe Fluktuationsrate habe der Verlag noch nie gehabt.
Wolfgang Hölker führt uns aus seinem Kreativreich in die nächstgelegene Abteilung: Hier entstehen liebevoll und detailreich gestaltete Produkte rund um die „BabyGlück“-­Reihe für die ganz Kleinen. Produkt Managerin Monika ­Hanitzsch ist überzeugt von der freien und kreativen Arbeit innerhalb der verschiedenen Teams: „Wir können hier Ideen umsetzen, die vielleicht auch mal schwieriger sind und Mut für die Umsetzung benötigen“, erklärt sie. Hölker lächelt stolz und betont, dass er gerne Mitarbeitende um sich ­herum hat, die mehr wissen als er selbst. Kindern etwas mitgeben, was von Dauer ist, steht hier im Mittelpunkt. Und in der Tat, sowohl der reiselustige Hase Felix, der bereits seit 1994 die Welt erobert, als auch Prinzessin Lillifee, hinterlassen besondere Erinnerungen in den Kinderzimmern und auch so manch ein Erwachsener erinnert sich gerne an die Zeiten mit den kleinen Helden zurück. „Mit unserer Arbeit, vor allem aber mit den Büchern, die wir machen, hinter­lassen wir bei den Kindern eine Spur, die sie ihr Leben lang mitnehmen. Ich finde es schön, dass sich so viele dann daran ­zurückerinnern“, schmunzelt Hölker.

Mehr Platz für märchenhafte Welten
Kaum zu übersehen, ragt seit 2021 ein 4-geschossiger Neubau aus dem Nachbargrundstück empor. Eine weitere ­Hölkerische Welt, in der neue Ideen entstehen dürfen. Angelehnt an die bereits bestehenden Speicher wurde auch hier jeder Raum bis ins letzte Detail persönlich gestaltet. Die Erweiterung der ­Coppenrath-Welt war nicht aus Platzgründen nötig, aber bot eine einzigartige Chance für das Familienunternehmen. Denn der neue Speicher III ist kein Zweckbau zur Vergrößerung des Verlags, sondern vielmehr die Fortführung Hölkers Handschrift, welche er mit Leidenschaft auf Gebäuden und in ­Räumen hinterlässt. „Ich möchte mit den drei Speichern eine Spur hinterlassen, ein Vermächtnis an meine Familie, was hoffentlich lange so erhalten bleibt. Man sollte sehen, dass die Gebäude aus meiner Hand sind und da bin ich sehr stolz drauf“, so Hölker. Innerhalb eines Architektenwettbewerbs setzte sich das münsterische Büro Pfeiffer-Ellermann-Preckel durch und nahm die Herausforderung an, die besonderen Wünsche des erfolgreichen Verlegers umzusetzen. Die moderne Infra­struktur des Speicher III trägt aber weiterhin die typische ­Coppenrath Handschrift, die besonders im sogenannten „Showroom“ im Erdgeschoss zu finden ist. Tochter Johanna Hölker, die mit dem Unternehmen ihres Vaters aufgewachsen und nun selbst ein Teil davon ist, führt uns durch das neue Verlagsgebäude. „Auf jeder Etage sieht es anders aus“, erzählt sie und betont, dass der Speicher I immer noch das Haupthaus, das sogenannte Kreativhaus, geblieben sei. Der neue ­Speicher überzeugt mit hellen Büros zur Wasserseite, einer Innenausstattung im Mix aus Industrial Style und antiken ­Schätzen und Bürohund Frida, die mit einem kleinen Glöckchen um den Hals umher wackelt und das Team begrüßt.

Großes Unternehmen mit viel Freiheit
„Unternehmerisches Wachstum und Kreativität ­schließen sich bei uns nicht aus“, erklärt Johanna Hölker und ergänzt lächelnd, dass der Verlag immer noch die kleine kreative Bude wie früher geblieben ist. Besonders wichtig ist der jungen Unternehmerin, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu aufgefordert werden, überall mitzudenken und somit ihre Ideen auch überall einbringen dürfen. Hier spürt man wie sehr Kreativität von Freiheit und gegenseitigem Austausch lebt. Ein Erfolgsgeheimnis des Verlags, der es geschafft hat, den ursprünglichen Spirit aufrechtzuerhalten und mit neuen Trends zu erweitern. Seit 10 ­Jahren ist Johanna Hölker nun wieder zurück im Familienunternehmen und bringt frischen Wind in den ­Familienrat, in dem auch die Planung des Neubaus kritisch diskutiert wurde. „Für mich ist das Spaß und Verpflichtung zugleich. Natürlich will man bei so einer tollen Sache dabei sein, wenn man damit aufwächst“, erzählt sie fröhlich und zeigt uns zum Abschluss noch ein kleines Highlight: Das Napoleon Zimmer. Ein Besprechungsraum der ganz besonderen Art eröffnet durch frankophile Antiquitäten mitten im Industrial Style eine neue Welt, in der wichtige Entscheidungen getroffen werden. Zurück auf dem Gang vermischt sich das Bild aus urigen Truhen und pompösen Kronleuchtern mit pinken Sesseln, auf denen hier und da auch mal der Hase Felix als kleines oder großes Kuscheltier seinen Platz gefunden hat.
Der Artikel ist in der "Gewerbeimmobilie aktuell", Ausgabe 20 von September 2023, erschienen. Wir bedanken uns bei Wolfgang Hölker und dem Team für den Artikel. Mehr Infos über Coppenrath finden Sie auf der Website: www.coppenrath.de/
1768 gründete Josef Heinrich Coppenrath den Coppenrath Verlag, der 1977 von dem jungen Grafiker & Verleger Wolfgang Hölker übernommen wurde.

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